Silvester im Swingerclub CATS

aus der Sicht einer Frau

Silvester im Swingerclub hatte ich bereits öfters erlebt. Vor einigen Jahren war ich an jenem letzten Tag des Jahres im Ibiza Nord gewesen. Den zahlreichen Besuchern war ein fulminantes kalt-warmes Buffet serviert worden, und nach dem obligatorischen Glas Sekt zu Mitternacht waren wir hinaus vor die Tür gegangen und hatten dem Feuerwerk zugesehen bzw. selbst einige kleine Raketen gezündet.
Zur Jahreswende 1999/2000 war ich im Karibik gewesen. Es waren relativ wenig Leute dagewesen. Der Abend hatte sich durch fast nichts von üblichen Clubabenden unterschieden. Lediglich etwa gegen 11:30 verließen die meisten der Besucher den Club, denn sie wollten wohl noch Silvester feiern.

Silvester 2001 entschied ich mich für das Cats. Ich war neugierig gespannt. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in anderen Clubs wurde auch von Paaren und einzelnen Damen ein für den besonderen Abend angemessener Eintritt verlangt. Wenn man bedenkt, was man anderswo an einem Silvesterabend allein für Essen und Getränke ausgeben muß, war das völlig in Ordnung.

Es war voll im Cats. Das Verhältnis Damen zu Herren war etwa eins zu zwei. Es überwogen bei weitem die schicken, teilweise sehr raffinierten Dessous im Gegensatz zu den "Handtuchträgern". Die Stimmung war fröhlich elegant, durchwachsen von prickelnder Erotik.
Eas Cats hat nicht nur durch die zwei Etagen etwas besonderes, außergewöhnliches. Unten ist Disco mit Tanz, hervorragendes Essen und angeregte Unterhaltung an der Bar oder in den gemütlichen Sitzecken. Wer sich dann seiner Lust hingeben und austoben will, hat ein Stockwerk höher jegliche Gelegenheit dazu. Durch die Treppe ergibt sich eine gewisse Diskretion, man geht einfach mal nach oben. Die sonst so gefürchteten 'Hyänen', gab es hier nicht. Zumindest habe ich keine gesehen. Vielleicht liegt es ja auch an der reichhaltigen Auswahl verführerischer Schönheiten, so daß kein Mann Sorge haben brauchte, zu kurz zu kommen.
Der andere Grund, warum man sich im Cats rundum wohlfühlen kann, ist dem Charme von Uschi und der Aufmerksamkeit des Personals zuzuschreiben. Der Barkeeper trug dem besonderen Anlaß dieses Abends entsprechend sogar eine Frackhose mit Bauchbinde, weißem Hemd und Fliege.
Eine gute Stunde vor Mitternacht begann die Show. Nicht etwa ein Ausziehtanz wie Striptease. Eine schier nicht endenwollende Parade von verschiedenartigsten, außergewöhnlich schönen Kostümen, vorgeführt wie in einer fulminanten Modenschau von zwei hübschen Damen. Oder waren es zwei hübsche Männer? So genau konnte man das mitunter nicht feststellen, denn es paßte sowohl das eine als auch das andere. Untermalt von passender, teils frecher Musik und begleitet von sprachlichen Darbietungen wie im Cabaret. Fast ausnahmslos zog die Show alle in ihren Bann und das Publikum hatte seinen Spaß, Vergnügen pur. Reichhaltiger Applaus und die Forderung nach Zugabe brachte dies zum Ausdruck.
Kurz vor Mitternacht war die Show zu Ende. Sektgläser wurden verteilt und zur Überraschung aller wurde im oberen Stockwerk eine bislang verschlossene Türe geöffnet. Durch einen kerzenbeleuchteten Gang und eine Treppe gelangten wir alle nach oben in die Etage über dem Cats. Im schummrigen Dunkel standen wir in einem großen, leeren Raum mit nichts weiter als riesigen Panoramafenstern. Irgendwer begann mit dem Count Down, und bei "Zero" klirrten die Gläser zum Prosit Neujahr. Dann genossen wir den herrlichen Panoramablick auf das Feuerwerk über den Dächern von München. Ein selten schöner Anblick. Man hätte sich auch etwas anziehen, hinunter auf die Straße gehen und selbst Raketen abschießen können, aber kaum jemand hatte Lust dazu.
Anschließend ging die Party weiter, je nach Gusto zu ausgelassener Stimmungsmusik hüftschwingend auf der Tanzfläche, mit einer hervorragenden Gulaschsuppe zur Stärkung irgendwo in einer ruhigen Ecke und/oder oben auf den Spielwiesen.



 

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