Angetrunkener Betreiber beschimpft
Swingerpaar im Giesinger FDN
Am 1. Mai eröffnete in der ehemaligen Chiemgausauna in München-Giesing der Pärchentreff "FDN". Was zunächst wie eine Bereicherung der Münchner Swingerszene auszusehen schien, entpuppte sich jedoch alsbald als das Gegenteil. Klara und ich fuhren am Dienstag (4.5.99) in die Chiemgaustr. 187, um uns diesen "Club" einmal anzusehen.
Gerhard, der Betreiber des FDN, begrüßte uns freundlich und übergab uns an der Bar den Spindschlüssel für die Umkleide. Die kleine Bar direkt am Eingang war gut besucht; allerdings nicht von den 4 Paaren, 2 Damen und ein paar Männern wie uns am Telefon weisgemacht wurde, sondern von einer nackten Frau, etwa 10 Männern und einem Paar. Immerhin schien es auf den ersten Blick ein wenig gemütlich zu sein.
Eilfertig zeigten uns sogleich einige der Männer den Weg zur Umkleide und wir konnten unsere Kleidung trotz meiner Bedenken in dem Minispind unterbringen. Mein Blick fiel auf zwei offensichtlich gebrauchte aber dennoch ordentlich zusammengelegte Handtücher auf der Bank gegenüber den Spinden und ich fragte in die inzwischen versammelte Herrenrunde, wo ich Handtücher finden würde. Wie sich herausstellte war die Frage dumm, denn dies waren die einzigen noch verfügbaren Handtücher.
Die Duschen sind rationell eingerichtet. Drei nebeneinanderliegende Duschköpfe ermöglichen das gleichzeitige Duschen von drei Personen, wobei eine davon die Wassertemperatur für alle drei regelt. Das Ausschalten wird von einer Automatik übernommen, welche allerdings länger brauchte als wir zum Abtrocknen. Nachteilig für das Auge des Betrachters: die Falttüre zur direkt neben den Duschen befindlichen Matratzenlagerspielwiese muß man während des Duschens schließen, damit die dort evtl. beschäftigten Paare nicht überschwemmt werden.
Ständig escortiert von einigen der anwesenden Herren gelangten wir dann in den "Speisesaal", einem etwas abgeteilten Raumbereich gegenüber der Bar mit Holztischen. Rustikal eben. Dort stehend hatten wir auch einen relativ guten Überblick über die anwesenden Gäste. Das eingangs erwähnte Paar lehnte ganz in der Ecke an der Wand und machte auf mich den Eindruck, als hätten sich die beiden hierhinein verirrt. Und die nackte Dame in der Mitte konnte sich als Hahn im Korb fühlen; nicht nur weil sie die Freundin des Betreibers ist, sondern auch als sonst einzige Frau unter so vielen Männern.
Wir beschlossen, uns nicht erst an die Bar zu setzen, sondern wieder zu gehen. Der gesamte empfundene Eindruck, vor allem auch vom männlichen Publikum, erinnerte eher an einen Feierabendtreff einer Baustellenmannschaft als an einen fröhlichen Pärchenabend.
Wer
sich schon nicht paart in einem Pärchentreff, der soll wenigstens
nicht so leicht wieder hinauskönnen.
Als Klara freundlich Gerhard an
der Bar fragte: "Könnte ich bitte meinen Schlüssel nochmal haben?"
hat er sie zunächst überlegen
grinsend mit dem Schnapsglas in der Hand von oben bis unten gemustert und
ihr dann ganz cool ins Gesicht gesagt: "Du
dumme Kuh". Den Schlüssel gab er ihr nicht. Getreu dem Motto "ällabätsch, kriegst Du nicht, ich bin stärker"
baute er sich hinter seiner Bar schnapstrinkend zum König auf und
schimpfte wie ein Rohrspatz. "Du bist ja ein
richtiges Arschloch", "auf solche wie Euch kann ich gerne verzichten","dumme
Gans", "warum seid Ihr eigentlich hergekommen"
sind nur einige seiner Äußerungen. Klara wiederholte lächelnd
und freundlich ihre Bitte um den Schlüssel.
Und Gerhard meinte doch glatt, wir könnten ja so wie wir seien nach
draußen gehen, den Schlüssel bräuchten
wir ja nicht.
F ür die Männer an der Bar war dies wohl eine willkommene Abwechslung, sie gafften nur wort- und tatenlos. Als einer der Solo-Männer auch gehen wollte und Klara dem Betreiber androhte, über den Tresen zu springen und sich den Schlüssel selbst zu holen, rückte Gerhard endlich widerwillig den Spindschlüssel raus.
Wir
sind um eine Erfahrung reicher geworden, aber man kann nicht behaupten,
daß München um einen Club reicher geworden ist.
(c) Mai 1999 by Martin
hier gehts zu den Tauchsieder-News