Das Bad in der Menge


Nackter Sprung ins kalte Wasser
Bisher konnte man in München unter sechs "Swingerclubs" bzw. "Pärchentreffs" wählen. Diese rosigen Zeiten sind nun vorüber, es gibt jetzt einen siebten Club. Am Wochenende 21./22.1.00 feierte die "Kajüte" in Großhadern Eröffnung.

Die Kajüte ist ein eher kleiner Swingerclub, bei etwa 40 Leuten ist es ziemlich voll. Schon am Eingang spürt man behagliche Gemütlichkeit und familiäre "Enge". Es ist nicht so weitläufig wie in einer Tausendquadratmeteranlage, schon beim Umkleiden kommt man fast zwangsläufig ins Gespräch. Dunkles Holz, dezentes Licht, Teppichboden, Spiegel, Gardinen, Föhn, Bürste und Haarspray - fast wie zu Hause.
Von zwei Seiten her kann man durch einen Vorhang den Barbereich "entern", der von der großen, halbkreisförmigen Bar aus Mahagoni dominiert wird. Im Rücken der Bar zwei sechser und eine zweier Sitzgruppe und das Buffet. Angenehm die Lautstärke der Musik: man kann sich noch gut unterhalten. Das Essen war reichlich und gut; leider gab es nur kalte Speisen.
Eine wohltuende Freude ist die Art, wie Uschi (die Betreiberin) sich um das Wohl der Gäste kümmert. Stets freundlich und zuvorkommend trotz der manchmal aufkommenden Hektik an der Bar; dann nämlich, wenn jeder gleichzeitig etwas zu trinken möchte. Ein netter Plausch mit ihr kommt problemlos zustande, so schüchtern kann man gar nicht sein.
Erfahrung hat Uschi schon mit dem Aufbau des Swingerclub Acapulo in Waldkraiburg gesammelt und mit zahlreichen privaten Swingerparties und Fotosessions. Auf ihrer privaten Homepage hat sie einen Teil ihrer Bilder ausgestellt.
An den Duschen und der kleinen Sauna vorbei geht es zum "Schwimmbad". Mit seinen etwa drei auf fünf Metern und der schönen Dekoration lädt es zu einer Runde Schwimmen ein. Dumm nur, daß das Wasser eiskalt (20 Grad) war, brrrr. Laut Uschi konnte der Pool erst am Tag vor der Eröffnung mit Wasser gefüllt werden. Das Aufwärmen auf 32 Grad würde 3 bis 4 Tage dauern.
Ein Teil des Pool ist überbaut mit Spielwiesen, von denen man durch ein offenes Geländer freien Blick auf das Wasser hat. Am anderen Ende dieses Raumes gibt es eine "Höhle" mit Voyeurs-Gucklöchern, die nur mit Schwarzlicht beleuchtet ist. Davor eine schwarze Massagebank.

Am Eröffnungswochenende war die Kajüte rappelvoll, das Verhältnis Paare zu einzelner Mann knapp unter 1. Ob das immer so bleiben wird, muß die Zeit zeigen. Der neue Club ist zwar klein, dafür aber sehr gemütlich. Er hat das Zeug dazu, zu einem intimen Treff niveauvoller Swinger zu werden. Und Uschi hat das Format dazu, die Kajüte dahin zu führen.
 

Zu finden ist die Kajüte in der Platanenstr./Ecke Würmtalstr. in Großhadern, Telefon 089-71 66 99 68 (Bandansage).
 
 

(c) 2000 by Martin



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